Statement zur Ökologie

von Anita Pavani


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Die allgemeine Lage auf dem Textilmarkt ist noch weit davon entfernt, alle Fasern und Stoffarten in kbA-Qualität anbieten zu können.
Bisher gibt es eigentlich nur Baumwolle und Leinen in kbA-Qualität, die Auswahl an Stoffarten ist sehr gering und die Preise sind sehr hoch.

Leinen ist sowieso kaum belastet, da die zarte Pflanze keine Biozide verträgt.

Tussah-Seide, die sog. Wildseide wird völlig natürlich gewonnen und ist nicht behandelt. Was die weiße Zuchtseide anbetrifft, so lassen sich die Chinesen nicht dreinreden. JEDE Zuchtseide wird mit Metallsalzen beschwert beim Abhaspeln, um die Faser besser verspinnen zu können. Es gibt keine Alternativen.

Laut Öko-test wurde im Jahr 1996 fünfmal soviel Bio-Baumwolle verkauft als überhaupt produziert wurde. Der Kunde hat somit eine ca. 20%ige Chance, überhaupt KBA-Ware zu bekommen und zahlt dafür einen wesentlich höheren Preis.
Offizielle Untersuchungen und Stichproben, die wir immer wieder machen lassen, zeigen, daß es praktisch keinen Unterschied zwischen konventioneller und kbA-Ware.

Das kommt daher, daß die Baumwolle, die hier auf dem Markt ist, fast duchweg aus Indien stammt, wo sie noch immer von Kleinbauern angebaut und handgepflückt wird. Monokulturen sind nicht üblich und somit wird auch nicht mit Entlaubungsmitteln gespritzt. DDt und andere hochgiftige Pestizide sind inzwischen verboten.

Es ist völliger Unsinn, Biobaumwolle zu verwenden, um sie dann wieder mit synthetischen Farbstoffen zu chemikalisieren, wie dies überall in der Naturtextil-Scene gehandhabt wird. Angeblich sollen diese Farben voll abbaubar und absolut unschädlich sein. Dabei sollten wir uns bewußt machen, daß auch der schadstoffärmste synthetische Textilfarbstoff aus Rohöl hergestellt wird und somit ein Sondermüllprodukt ist. Die Farbreste sind nicht kompostierbar und auch nicht aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

In keinem anderen Bio-Bereich wie z.B. Lebensmittel oder Baustoffe werden derartig fraglos synthetische Substanzen akzeptiert, da diese im grassen Widerspruch zum ökologischen Prinzip stehen. Nur bei Textilien machen eben diese Substanzen in Form von Farbstoffen, Weichmachern und anderen Textilhilfmitteln die wunderbare Wandlung durch und sind ökologisch.

Dabei ist gerade die Textilausrüstung ist noch immer der am stärksten Umwelt- und Gesundheit belastende Faktor.
Jede maschinell verarbeitete Faser kommt im Laufe ihres Werdegangs zum Stoff mit synthetischen Chemikalien in Berührung. Deshalb ist bei Textilien ökologisch immer nur ein gradueller Faktor, niemals total. Mit der allgemein üblichen Konzentration auf kbA-Zertifikate der Fasern wird sehr effektiv von dieser Tatsache abgelenkt.

Selbstverständlich ist keiner unserer Stoffe chlorgebleicht oder mit einer Kunstharzausrüstung versehen.
Ich suche meine Stoffe in erster Linie nach Vielfalt aus, wobei es mir zunehmend um Erhalt von Textilkultur geht, die im Zuge der Globalindustrialisierung mehr und mehr verschwindet und von industrieller Massenware ersetzt wird.
Ich vermeide soweit wie möglich synthetische Farbstoffe und mache seit 18 Jahren Pflanzenfärbungen mit Industriemaschinen. Mit unserem umfangreichen Angebot an natürlich gefärbten Stoffen sind wir bisher einzigartig auf dem Markt.

Bei meinen Färbungen geht es mir nicht nur um Ökologie, sondern um die Schönheit und wohltuende Wirkung dieser Farben auf unseren Organismus, unser bioenergetisches System und unsere Sinnesorgane. Wie die Forschungen verschiedener Farbtherapeuten (z.B. Theo Gimbel, Christel Heidemann) ergeben haben, bewirken die störenden Frequenz-Impulse synthetischer Farbschwingungen eine Schwächung unseres Immunsystems und sind ein dauernder Streßfaktor für unser Nervensystem. Wie man allmählich herausfindet, haben synth. Düfte, Aromastoffe, Vitamine etc. ähnliche negative Wirkungen.

Unter diesen Gesichtspunkten halte ich die bisher geltenden Öko-Kriterien bei Textilien für oberflächlich und unzureichend, deshalb arbeiten wir nicht mir kbA-Zertifikaten.


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© Anita Pavani

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