Baumwollstoffe

Jersey, Strick und Gewebe aus Baumwolle, viele davon Bio / GOTS zertifiziert.

Hochwertige Baumwollstoffe in großer Auswahl, gewebt oder gewirkt (Strick / Jersey), davon viele in GOTS zertifizierter Bio-Qualität für Bekleidung oder Heimtextilien.

Strickstoffe aus Baumwolle

Gewebe aus Baumwolle

Besonderheiten aus Baumwolle

Stoffwissen Baumwolle

Im Mittelalter glaubte man, dass die "Baum"-Wolle auf Bäumen wächst - es existieren sogar Bilder, worauf Schafe in verästelten Bäumen hängen, so unvorstellbar war diese hier lange unbekannte Faser. Sie wächst jedoch an einem niedrigen Malvenstrauch. Die reife Fruchtkapsel springt auf, und Tausende von Samenhaaren quellen heraus. Die Samen werden abgetrennt, die Baumwollfasern versponnen und weiterverarbeitet.
Die bislang ältesten Funde aus dem Indus-Tal reichen zurück bis 6000 Jahre vor Chr..

Auf Grund ihrer langwierigen Produktionszeit war Baumwolle noch im 17. Jahrhundert teurer als Seide in Europa. Zudem musste sie aus Asien, Afrika und später aus Amerika importiert werden. Erst die Araber führten Anbau und Verarbeitung der Faser in Spanien und Sizilien ein.

Um die vorletzte Jahrhundertwende verhalfen Erfindungen, die die Baumwollernte, Spinnerei und Weberei rationalisierten, der Baumwolle zu einer beherrschenden Weltmarktstellung.
Baumwolle ist unproblematisch, vielseitig und preiswert. Die naturbelassene Baumwolle ruft keine Allergien hervor. Sie ist kochfest und somit hygienisch. Sie lädt sich nicht elektrostatisch auf, sie ist saugfähig und angenehm zu tragen.

Die Qualität der Baumwolle richtet sich nach der Faserlänge, die umso feiner versponnen werden kann, je länger sie ist. Dabei stammt die mit über 32mm Stapellänge beste Baumwolle - "Gossypium barbadense" aus Peru und ist von dort als "Pima"-Baumwolle bekannt oder wird in Ägypten als Maca-Baumwolle angebaut und gehandelt.

Eine wunderbare Faser, deren Geschichte jedoch viele dunkle Seiten hat, die bis in die Neuzeit reichen: die grausame Sklavenhaltung in Amerika, die unmenschliche Industrialisierung vor allem in England und rücksichtslose Anbaumethoden bis heute.

Ein großer Wasser- und Pestizidverbrauch, sowie Genmanipulation bei ca. 70% der konventionell angebauten Flächen und Entlaubungsmittel als Voraussetzung der maschinellen Ernte sind bis heute problematisch.

Bereits Ende der 80er Jahre begann mit dem Sekem-Projekt der erste bio-dynamische Bio-Baumwoll-Anbau in der Türkei. 

Infolge von Horrorberichten in den Medien über den Baumwoll-Anbau boten Ende des 20. Jahrhunderts plötzlich einige große Handelsketten jede Menge Textilien aus biologischer Baumwolle an und in Kürze gab es ca. 6 mal mehr Bio-Baumwolle auf dem Markt, als überhaupt angebaut wurde.

2009 wurde der Betrug offenbar und es stellte sich heraus, dass diese "Bio"-Baumwolle genverändert war und somit jede Menge Pestizide ab bekam.

Inzwischen hat sich viel getan: Die Zertifizierung wird z.B. durch Verbände wie GOTS oder IVN geprüft und garantiert und es wird wesentlich strenger, gründlicher und transparenter kontrolliert. 

Ganz im Gegensatz zu Lebensmitteln, hat ein Textilprodukt einen langen Werdegang. Jeder einzelne Schritt vom Kauf der Saat, über den Anbau, die Ernte und Fasergewinnung, das Spinnen und Weben, die Ausrüstung und schließlich die Konfektionierung sowie alle dazwischen liegenden Handelstufen müssen geprüft werden auf soziale und ökologische Verträglichkeit, um ein gesichertes Bio-Label wie z.B. GOTS zu erhalten.

Zertifizierungen dieser Art sind teuer und müssen bezahlt werden und zwar von jeder einzelnen Kette im Glied der Produktion. Diese Kosten der Zertifizierung können sich nur relativ große und industriell arbeitende Firmen leisten - die indische Bäuerin, die Nepali oder der schottische Handweber, die ihre Baumwolle, ihren Nessel/ ihre Wolle selbst anbaut, gewinnt, verspinnt und verwebt leider nicht. 

Noch immer gibt es viel zu wenig Baumwolle aus biologischem Anbau und nur die steigende Nachfrage der Konsumenten wird hier langsam für ein Umdenken sorgen.