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Shipibo Stickereien aus Peruzur Unterstützung der Schulkinder in Santa Clara![]() Das Volk der Shipibolebt in Peru, im Flussdschungel am Oberlauf des Rio Ucayali mit ca. 25.000 Menschen noch größtenteils in traditionellen Dorfgemeinschaften. Sie gehören zu den wenigen Ureinwohnern des peruanischen Amazonasgebiets, die sich ihre eigene Sprache bewahren konnten. Was die Shipibos schon in ihrer äußerlichen Erscheinung unverwechselbar sein lässt, sind die feinlinigen, netzartigen geometrischen Ornamente, mit denen sie Keramikgefässe, Textilien und auch sich selber versehen. Diese Muster sind sowohl Ausdruck ihrer ethnischen Identität wie auch ihr unverwechselbares, persönliches "Menschenmuster" und bilden einen energetischen Schutz. Alle Arbeiten, die mit der Wiedergabe dieser Muster zu tun haben, sind Frauenarbeiten. Klimaveränderungen und großflächige Naturzerstörung unter anderem für Bio-Sprit in Europa, haben die traditionellen Ernährungsgrundlagen weitgehend zerstört. So bildet inzwischen der Verkauf bemalter Keramiken und bestickter Textilien die Haupteinnahmequelle. Das Eindringen moderner Medien stellt die Werte der eigenen Tradition in Frage und so schwindet auch das Wissen um die Bedeutung der Muster. Die zunehmenden Aktivitäten amerikanischer Missionare spalten und schwächen die Gemeinschaften, indem sie die traditionellen Lieder, Tänze und die Heilarbeit der Schamanen zu „Teufelswerk“ erklären. Situation der Schulkinder in Santa ClaraSanta Clara besteht aus ca. 200 Erwachsenen und Kindern. Im
Dorf ist eine zweiklassige Grundschule, in der die ca. 40 Kinder von einer
Lehrerin und einem Lehrer in ihrer Sprache unterrichtet werden. Spanisch wird ebenfalls gelehrt. Die Bezahlung der
Lehrer ist so schlecht, dass sie häufig einen zweiten Beruf haben müssen und
oft nicht zum Unterricht erscheinen. Trotz Schulpflicht, besuchen 25% der Kinder noch immer keine Schule. Es wird kein Schulgeld erhoben, aber es besteht Schuluniformpflicht. Da Geld fast nur mit dem Verkauf vom Kunsthandwerk der Frauen verdient werden kann, bereitet oft schon der Kauf von Bleistiften und Heften große Probleme für die kinderreichen Familien. Meist teilt sich die ganze Klasse einige wenige Buntstifte. Wollen Kinder das weiterführende „colegio“ (Gymnasium) im nächsten größeren Shipibodorf besuchen, scheitert der Schulbesuch schon am Kauf von Schuluniform, Schuhen (Pflicht!) und Arbeitsmitteln für die Schule. Von den vielen Kindern kann meist nur eines auf das colegio gehen – dabei wird den Jungen der Vorzug gegeben. Mit dem Angebot dieser Stickerein möchten wir die wundervolle Kunst der
Shipibo-Frauen würdigen und einen kleinen Beitrag leisten zum Erhalt dieses
einmaligen Beispiels indigener Textilkultur.
Zudem möchten wir die Frauen unterstützen in ihrem Bemühen, den Kindern und
somit der ganzen Gemeinschaft in Santa Clara eine Zukunft zu geben, indem sie
sie durch Spenden und den Erlös ihrer Handarbeiten in die Schule schicken
können.
Über Nana Nauwald, die zweimal jährlich nach Santa Clara fährt, ist ein
direkter und persönlicher Kontakt vorhanden, so dass hierbei nichts in
bürokratischen Verwaltungswegen versickert. Die Kunst der geometrischen MusterDie Kunst der geometrischen Muster ist für das Volk der Shipibo-Conibo ein Ausdruck ihrer ethnischen Zugehörigkeit zum „Volk der guten Muster“ und bezeichnet zugleich ihre Verbindung zur spirituellen Welt und zu der sie umgebenden Natur. Für die Shipibo vermitteln die Muster Bedeutungen, Gedanken und Wertvorstellungen, so wie die Schriftsprachen in anderen Kulturen. Einige wenige alte Frauen beherrschen noch die Tradition, die Muster zu singen. Die Muster verbinden mit den Bewusstseinsräumen, mit dem Urgrund des Lebens. In Heilritualen erkennt der Schamane die gestörten Muster des Kranken und besingt ihn im Schlussritual mit einem energetischen Heilmuster. Jeder Mensch gehört seinem Wesen nach zu einer bestimmten Qualität, hat ein eigenes „Muster“ als ein Teil des kosmischen Informationsgewebes. „Nur die Verschiedenartigkeit der Energien macht ein vollkommenes Muster. Und nur aus einem vollkommenen Muster wächst die Kraft zum Heilen.“ „Ich habe
die Bedeutung des Klangs erfahren, alles, was lebt, hat einen eigenen Klang,
und dieser Klang macht Muster. Mit manchen Klängen und Mustern ist man enger
verwebt als mit anderen, aber im großen kosmischen Netz sind sie alle
miteinander verwoben. Trotzdem sind jeder Klang, jedes Wesen etwas ganz
einmaliges. Diese Einzigartigkeit des Einzelnen ist ein Samenkorn, das sich im
Leben entfalten will.“ „Die Schamanen arbeiten mit Pflanzen- und Baumgeistern und Tiergeistern in der unsichtbaren Welt. Diese wirkliche Welt ist mit kunstvollen geometrischen Mustern geschmückt, so wie der ganze Kosmos und auch die Menschen. Mit diesen spirituellen Mustern arbeitet der Schamane, wenn er heilt. Die Muster bei den Menschen kann nur der Schamane sehen, aber die Frauen malen und sticken die Muster, so können alle sie sehen. Die Frauen haben die Muster von den Schamanen gezeigt bekommen und der Schamane hat sie von den Geistern. Aus „Im Zeichen des Jaguar“ von Nana Nauwald
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